Das Argument von SAP ist klar und einfach: Autonome KI-Agenten, die Aufgaben wie Konfiguration, Tests und Datenmigration übernehmen können, werden Transformationsprozesse schneller und kostengünstiger machen. Das Unternehmen verweist auf erste Pilotprojekte, bei denen agentenbasierte Systeme die Implementierungszeiten verkürzt haben, auch wenn die veröffentlichten Zahlen keine genauen Angaben dazu enthalten, um wie viel genau. Für Unternehmen, die in mehrjährigen Migrationsprogrammen feststecken, klingt jede Beschleunigung verlockend.
Große Systemintegratoren haben SAP-Projekte mit einer Pyramide aus Juniorberatern besetzt, die genau die Arbeit verrichten, für deren Automatisierung diese Agenten eigentlich konzipiert sind: Konfigurationsskripte, Erstellung von Testfällen, Routinen zur Datenbereinigung. Wenn Agenten dies zuverlässig erledigen können, sieht die Wirtschaftlichkeit eines 200-köpfigen Implementierungsteams ganz anders aus. Partner der mittleren Größenklasse spüren diesen Druck als Erste, da ihnen sowohl die firmeneigenen Tools fehlen, um im Bereich der Automatisierung zu konkurrieren, als auch die Markenstärke, um dennoch Premiumpreise zu rechtfertigen.
Bei erfahrenen SAP-Fachkräften fragen Kunden bereits nach Architekten, die agentengesteuerte Workflows überwachen und die Ergebnisse validieren können. Bei einer Stellenbesetzung, die wir im letzten Quartal für einen Münchner Hersteller durchgeführt haben, ging es ausschließlich darum, jemanden zu finden, der automatisierte Konfigurationsskripte überprüfen kann, bevor sie in die Produktion gehen. Der Personalverantwortliche verbrachte zwei Vorstellungsgespräche damit, zu prüfen, ob die Bewerber Fehler in den von Agenten generierten Ergebnissen erkennen konnten. Für diese fachliche Tiefe sowie das Urteilsvermögen, die Automatisierung zu übersteuern, zahlte das Unternehmen ein über dem Marktniveau liegendes Gehalt.
Kandidaten in der Mitte stehen unter echtem Druck. Reine Konfigurationskenntnisse ohne architektonischen Überblick verlieren an Wert, wenn die Mitarbeiter die praktische Arbeit erledigen können. Reine strategische Qualifikationen ohne praktische SAP-Erfahrung verlieren an Glaubwürdigkeit, wenn Kunden jemanden suchen, der die Ergebnisse der Mitarbeiter tatsächlich überprüfen kann. Die Fachkräfte, die das größte Interesse auf sich ziehen, befinden sich an der Schnittstelle: technisch versiert genug, um zu prüfen, und erfahren genug, um zu beraten.
Partner, die Angebote für S/4HANA-Projekte erstellen, sollten sich intensiv damit auseinandersetzen, inwiefern die Fähigkeiten von Agenten ihr Personalmodell verändern und in welchen Bereichen menschliches Fachwissen nach wie vor unverzichtbar ist.
Angeregt durch Berichte von SAP-Nachrichtenzentrum.