Der Finanzvorstand richtet ein zweites Buchführungssystem ein, das niemals schläft

Luke Pritchett, Finanzvorstand des Spesenmanagement-Unternehmens PEX, baut ein sogenanntes ‘Schattenbuch’ auf: ein KI-gestütztes System, das die Buchhaltung des Unternehmens kontinuierlich abbildet, die routinemäßige Kategorisierung von Ausgaben übernimmt und Unregelmäßigkeiten kennzeichnet, bevor sie einen Mitarbeiter erreichen. Sein Team widmet sich weiterhin der Analyse- und Beratungsarbeit, während die autonome Ebene die Kontenabstimmung übernimmt.

Finanzteams in der gesamten DACH-Region setzen bereits seit Jahren auf die schrittweise Automatisierung ihrer Abschlussprozesse. Pritchetts Ziel ist jedoch weitreichender: ein vollständiges paralleles System statt einer KI, die nur auf einzelne Aufgaben aufgesetzt wird. Er beschreibt es als eine kontinuierliche Prüfungsfunktion, was einen Reifegrad der Datenarchitektur voraussetzt, den die meisten mittelständischen Unternehmen noch nicht erreicht haben.

Personalverantwortliche im Finanzcontrolling und im Bereich FP&A fragen bereits, ob Bewerber in der Lage sind, Arbeitsabläufe zu entwerfen, die eine autonome Ebene mit Daten versorgen. Ein in München ansässiger Industriekonzern beauftragte uns kürzlich, eine Person zu finden, die festlegen kann, welche Anforderungen die Datenarchitektur erfüllen muss, und die anschließend gemeinsam mit den Entwicklern diese Architektur aufbaut. Die erfolgreiche Kandidatin kam von einem Logistikunternehmen, wo sie eine Datenpipeline aufgebaut hatte, die die Datenerfassung automatisierte, sodass sich das FP&A-Team auf Abweichungsanalysen und Prognosen konzentrieren konnte.

Unternehmen, die ähnliche Projekte in Betracht ziehen, sollten die erforderlichen infrastrukturellen Voraussetzungen realistisch einschätzen. Ein Schatten-Ledger ist auf saubere Stammdaten, einheitliche Kodierungsstrukturen und die Integration zwischen Systemen angewiesen, die oft nicht miteinander kommunizieren. In Stellenbeschreibungen wird zunehmend nach jemandem gesucht, der Anforderungen in einer Sprache formulieren kann, die sowohl Finanz- als auch Technikteams verstehen.

Angeregt durch Berichte von CFO-Tauchen.

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