KI-Budgets sind ein Finanzproblem, für dessen Lösung kein Finanzteam ausgebildet wurde

Scott Grossman, CFO von Ensono, und sein Kollege Jim Piazza haben ein Problem beschrieben, von dem wir bei unseren Suchaufträgen im Bereich „Data & Digital“ immer wieder hören: Die Ausgaben für KI lassen sich kaum prognostizieren, da die Anbieter die Maßeinheit ständig ändern. Microsoft gibt seine Zahlen in Credits an. Snowflake gibt seine Zahlen ebenfalls in Credits an. Dabei handelt es sich jedoch nicht um dieselben Credits. Es gibt keinen branchenübergreifenden Standard, der eine Vereinheitlichung vorschreibt, und ein solcher ist auch in naher Zukunft nicht in Sicht.

Das Problem fällt den Finanzteams zu, die nie darauf geschult wurden, damit umzugehen. Bei der traditionellen FP&A-Arbeit wird davon ausgegangen, dass man Kosten anhand bekannter Variablen modellieren kann. Wenn sich die Preisgestaltung während der Vertragslaufzeit ändert oder wenn die verbrauchsbasierte Abrechnung dazu führt, dass die Ausgaben im Januar nichts über die Ausgaben im März aussagen, ändern sich die erforderlichen Prognosefähigkeiten. Unternehmen benötigen Mitarbeiter, die flexible Modelle erstellen können, die verstehen, wie Cloud- und KI-Anbieter ihre Preisgestaltung strukturieren, und die technische Nutzungsmuster in eine Finanzsprache übersetzen können, die der Vorstand akzeptiert.

Im vergangenen Jahr haben wir mehrere Finanzexperten in Unternehmen aus dem Tech-Umfeld vermittelt, in deren Stellenbeschreibungen ausdrücklich Kenntnisse im Bereich der Anbieterpreisgestaltung gefordert wurden. Ein in München ansässiges SaaS-Unternehmen hat seine Stellenbeschreibung für einen FP&A-Manager im Rahmen einer einzigen Suchmaßnahme zweimal überarbeitet, da der CFO im Laufe des Prozesses erkannte, dass jemand benötigt wurde, der in einer früheren Position bereits eine verbrauchsbasierte Lieferantenbeziehung gemanagt hatte. Stellenbeschreibungen für Finanz-Business-Partner und Controller-Positionen in Unternehmen mit starkem KI-Engagement enthalten zunehmend ähnliche Anforderungen.

Unternehmen, die derzeit neue Mitarbeiter einstellen, suchen nach Personen mit kaufmännischem Gespür und gleichzeitig genügend technischer Neugier, um sich mit der Funktionsweise dieser Abrechnungsmodelle vertraut zu machen. Ein reiner Buchhaltungshintergrund muss oft durch Mitarbeiter ergänzt werden, die bereits in technikintensiven Umgebungen gearbeitet oder komplexe Lieferantenbeziehungen gemanagt haben. Ein Bewerber, der erklären kann, warum sich die Snowflake-Rechnung seines Unternehmens im dritten Quartal verdoppelt hat und welche Maßnahmen er daraufhin ergriffen hat, wird in solchen Gesprächen besonders hervorstechen.

Angeregt durch Berichte von Diginomica.

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