Bei unseren SAP-Stellensuchen im Fertigungsbereich hat sich in den letzten sechs Monaten ein Trend abgezeichnet. Die Kunden suchen Kandidaten, die sowohl über Fachkenntnisse im Bereich Fertigungssysteme als auch in der Datenarchitektur verfügen. Sie wünschen sich eine Person, die aufgrund ihrer Erfahrung in der Lage ist, an Planungssitzungen mit den Betriebsleitern teilzunehmen.
Auslöser ist der Trend hin zu dem, was SAP als autonome Echtzeit-Entscheidungssysteme bezeichnet. In der Praxis bedeutet dies, Produktionsdaten mit Analyseebenen zu verknüpfen, sodass Bestandsanpassungen, Lieferantenwarnungen und Terminänderungen ohne menschliches Eingreifen erfolgen. Die technische Herausforderung ist beträchtlich, doch unsere Zeit widmen wir vor allem der Personalbeschaffung. Kandidaten, die sich mit MES-Integration, den S/4HANA-Fertigungsmodulen und modernen Datenpipelines auskennen, sind auf dem deutschen Markt rar. Die meisten kommen aus einem von zwei Bereichen: SAP-Basis-Spezialisten, die sich das Data Engineering selbst beigebracht haben, oder Datenarchitekten, die Zeit vor Ort in einem Werk verbracht haben. Keiner dieser Wege ist weit verbreitet.
Anfang dieses Jahres haben wir eine Stelle in Stuttgart besetzt, für die der Kunde ursprünglich zwei Mitarbeiter suchte – einen für jeden Fachbereich. Nach mehrmonatiger Suche erkannte der Kunde jedoch, dass gerade die Überschneidungen den Mehrwert ausmachten, und fasste die Stellen zu einer einzigen, höherrangigen Position zusammen. Die Suche dauerte weitere zwei Monate, da der Kandidatenpool sehr begrenzt war.
Erfahrene SAP-Experten, die in leitende Positionen im Fertigungsbereich wechseln möchten, sollten sich fundierte Kenntnisse darüber aneignen, wie Produktionsdaten von der Fertigungslinie zur Analyseebene fließen. Kandidaten mit diesem Verständnis steigen schneller auf und erhalten mehr Angebote als solche, die ausschließlich über Konfigurationserfahrung verfügen. Personalverantwortliche, die ähnliche Positionen besetzen, sollten ihre Budgets entsprechend anpassen: Die Suche wird länger dauern, und die Gehaltsvorstellungen werden höher sein als bei einem klassischen SAP-Fertigungsspezialisten.
Angeregt durch einen Bericht des SAP News Centre.