Die Unternehmen, die KI-Fachkräfte am schnellsten einstellen, stellen sie vielleicht nicht unbedingt am besten ein

Ein Finanzvorstand eines in Frankfurt ansässigen Industrieunternehmens erzählte uns letzten Monat, dass sein Vorstand eine ‘Roadmap für agentenbasierte KI’ forderte, nachdem er eine Pressemitteilung eines Wettbewerbers gelesen hatte. Er hatte weder einen internen Förderer noch einen definierten Anwendungsfall noch eine Dateninfrastruktur, um die Vorstellungen des Vorstands umzusetzen. Er wollte dennoch, dass wir einen Leiter für den Bereich KI finden, da ihm das Warten wie ein Rückstand vorkam.

Wir haben die Suche abgelehnt. Die Stelle wäre unmöglich gut zu besetzen gewesen, und wer auch immer sie angenommen hätte, wäre zum Scheitern verurteilt gewesen. Dieses Gespräch hat sich in diesem Quartal in verschiedenen Varianten bei mehreren Kundengesprächen wiederholt.

Der Druck, Ankündigungen zu machen, und die operative Bereitschaft stehen oft im Widerspruch zueinander. Unternehmen fühlen sich gezwungen, mit dem Einstellungstempo oder den Produktversprechen ihrer Mitbewerber Schritt zu halten, ohne zu prüfen, ob ihre eigenen Grundlagen dieser Belastung gewachsen sind. Datenpipelines sind unvollständig. Es fehlen Governance-Rahmenwerke. Es ist unklar, wer als geschäftlicher Sponsor für das Ergebnis verantwortlich ist, oder es fehlt ein solcher Sponsor gänzlich.

Hinweis für Bewerber: Die besten KI- und Datenexperten, mit denen wir sprechen, stellen schon früh gezielte Fragen: Wer ist der verantwortliche Entscheidungsträger, welche Datenbestände gibt es, was ist mit dem Vorgänger in dieser Position geschehen? Sie prüfen gründlich, ob die Stelle tatsächlich existiert, bevor sie über die Berufsbezeichnung oder das Gehaltspaket sprechen.

Unternehmen, die nachhaltige KI-Teams aufbauen, gehen bei Schlagzeilen eher bedächtig vor, bei den Grundlagen hingegen zügiger. Sie schließen zunächst Lücken im Bereich Data Engineering, bevor sie einen KI-Leiter einstellen. Sie definieren einen Anwendungsfall genau, anstatt gleich fünf anzukündigen. Sie benennen einen Geschäftsverantwortlichen, der die Verantwortung übernimmt, wenn das Modell in Betrieb geht.

Geschwindigkeit ist wichtig, aber die Reihenfolge ist noch wichtiger. Der Arbeitsmarkt belohnt Unternehmen, die Bewerbern einen glaubwürdigen Weg von der Einstellung bis zur Wirkung aufzeigen können. Eine genau definierte Stelle mit einem klaren Ansprechpartner zieht qualifiziertere Bewerber an als ein vages Stellenangebot, das an eine Pressemitteilung angehängt ist.

Angeregt durch Berichte von Diginomica.

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