KI im Unternehmen funktioniert nur, wenn das Organigramm damit Schritt hält

Der Produktivitätsschub durch KI-Assistenten ist real. Ein Controller, der Abweichungsberichte in Sekundenschnelle zusammenfassen kann, ein Beschaffungsmanager, der Lieferantenmitteilungen verfassen kann, ohne zwischen den Registerkarten wechseln zu müssen. Doch diese einzelnen Erfolge stoßen an der Teamgrenze an ihre Grenzen. Die KI-generierten Erkenntnisse des Finanzanalysten liegen auf einem gemeinsamen Laufwerk. Die Umsatzprognose wird per E-Mail verschickt und manuell bearbeitet. Die Zeit, die eine Person einspart, wird durch den Koordinationsaufwand an anderer Stelle wieder aufgezehrt.

Nach den neuesten Erkenntnissen von SAP handelt es sich hierbei um ein Architekturproblem – und damit haben sie Recht. Unternehmen, die KI als Werkzeug zur Steigerung der persönlichen Produktivität betrachten, werden an ihre Grenzen stoßen. Diejenigen, die sich einen Vorsprung verschaffen, integrieren KI in ihre funktionsübergreifenden Prozesse: automatisierte Übergaben zwischen Beschaffung und Finanzwesen, Echtzeitkonsolidierung, die nicht bis zum Monatsende wartet, sowie Risikohinweise zu Lieferanten, die ohne menschliches Eingreifen direkt in Beschaffungsentscheidungen einfließen.

Ein Münchner Hersteller hat im letzten Quartal mitten in der Stellensuche die Stellenbeschreibung überarbeitet und die Automatisierung von Arbeitsabläufen als Kernanforderung hinzugefügt. Diese Änderung erfolgte, nachdem der Pilot-Einsatz der KI zwar individuelle Vorteile gebracht hatte, aber keine messbaren Auswirkungen auf den Abschlusszyklus zeigte. Man war davon ausgegangen, dass das bestehende SAP-Team die Integrationsarbeiten bewältigen könnte. Dies war jedoch nicht der Fall, da eine Integration auf dieser Ebene jemanden erfordert, der abbilden kann, wie Daten abteilungsübergreifend fließen sollen, die Abhängigkeiten in die richtige Reihenfolge bringen und die Übergaben in S/4HANA konfigurieren kann.

Diese Kombination aus fundierten SAP-Konfigurationskenntnissen und funktionsübergreifender Prozessgestaltung taucht mittlerweile in den Anforderungsprofilen für Führungspositionen bei unseren Stellenvermittlungen in den Bereichen „Data & Digital“ und „SAP“ auf. Kandidaten, die im Gespräch beides unter Beweis stellen, schaffen es schneller in die engere Auswahl. Unternehmen beginnen, diese Schnittstellenfunktion zu besetzen, doch der Talentpool ist kleiner, als die meisten Personalverantwortlichen erwarten.

Angeregt durch einen Bericht des SAP News Centre.

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