SAP hat einen „Support Accreditation“-Kurs ins Leben gerufen, ein etwa 60-minütiges Programm, das Kundensupport-Mitarbeitern helfen soll, Probleme schneller zu lösen und mit KI-gestützten Tools selbstständiger zu arbeiten. Wenn SAP etwas so eng an KI-gestützte Arbeitsabläufe knüpft und es als „Akkreditierung“ bezeichnet, zeigt dies, in welche Richtung sich die erwarteten Kompetenzstandards ihrer Meinung nach entwickeln werden.
Anbieter haben schon immer Zertifizierungen angeboten. Wir hören mittlerweile immer häufiger, dass Personalverantwortliche im DACH-Raum anbieterspezifische KI-Kenntnisse als Auswahlkriterium anführen, insbesondere für Positionen, die zwischen technischem Support und Customer Success angesiedelt sind. In diesen Gesprächen geht es nun auch darum, wie Bewerber mit integrierten KI-Funktionen umgehen und ob sie Probleme beheben können, ohne diese eskalieren zu müssen. Ein in München ansässiger SAP-Kunde, mit dem wir letzten Monat gesprochen haben, bat uns ausdrücklich, Bewerber zu bevorzugen, die den sicheren Umgang mit KI-gestützter Ticketbearbeitung nachweisen können – selbst für eine Support-Position auf mittlerer Ebene.
Für Fachkräfte im Supportbereich, die überlegen, ob sie einen solchen Kurs absolvieren sollen: Die Zertifizierung selbst ist weniger wichtig als die zugrunde liegenden Fähigkeiten, für die sie steht. Unternehmen suchen nach Mitarbeitern, die sich schnell in neue Tools einarbeiten, sich an KI-gestützte Prozesse anpassen und mit weniger Aufsicht arbeiten können. Den Nachweis dieser Arbeitsweise in einem Vorstellungsgespräch oder bei der Vorauswahl zu erbringen, hat mehr Gewicht als das Zertifikat allein.
Wenn SAP die Integration dieser Stufe der KI-Unterstützung formalisiert, müssen die internen Teams in Unternehmen, die S/4HANA-Umgebungen betreiben, diesem Beispiel folgen. Personalverantwortliche stehen vor einer praktischen Entscheidung: Entweder bauen sie diese Kompetenz durch die Schulung bestehender Mitarbeiter auf oder sie stellen direkt neue Mitarbeiter dafür ein. Wir gehen davon aus, dass im kommenden Jahr vermehrt Stellenausschreibungen erscheinen werden, in denen die Vertrautheit mit KI-gestützten Support-Workflows gefordert wird – insbesondere in Unternehmen, in denen SAP-Tools am stärksten integriert sind. Die Unternehmen, die ihre Auswahlkriterien frühzeitig anpassen, werden als Erste Zugang zu Bewerbern haben, die sich diese Arbeitsweisen bereits angeeignet haben.
Angeregt durch einen Bericht des SAP News Centre. Lesen Sie den Originalartikel.