KNDS - das deutsch-französische Unternehmen, das aus der Fusion von Krauss-Maffei Wegmann und dem französischen Unternehmen Nexter Systems hervorgegangen ist - hat Lazard mit der Beratung bei einem der bedeutendsten Börsengänge im europäischen Verteidigungssektor in jüngster Zeit beauftragt. Das Unternehmen strebt eine Bewertung von 20 Milliarden Euro an, wobei die deutsche Regierung Berichten zufolge erwägt, sich vor dem Börsengang zu beteiligen, um ihren strategischen Einfluss zu wahren. Das Geschäft spiegelt wider, wohin das europäische Kapital derzeit fließt.
Die Verteidigungsausgaben in ganz Europa sind in den letzten zwei Jahren stark angestiegen, und diese Entwicklung schlägt sich auch auf den Kapitalmärkten nieder. KNDS ist nicht die einzige Transaktion, die sich in Bewegung befindet - der tschechische Hersteller von gepanzerten Fahrzeugen Group AS plant einen separaten Börsengang in Amsterdam im Wert von 3 Milliarden Euro, und eine Reihe von Unternehmen der Verteidigungstechnologie und Drohnenhersteller nehmen Wachstumskapital auf. Was früher eine ruhige Ecke der europäischen Unternehmensfinanzierung war, hat sich zu einem der aktivsten Sektoren entwickelt.
Aus unserer Sicht ist dies in zweierlei Hinsicht von Bedeutung. Erstens erfordern Transaktionen dieser Komplexität und Größenordnung eine erfahrene finanzielle Führung in den operativen Unternehmen selbst - CFOs und Finanzdirektoren, die sich mit den Verpflichtungen börsennotierter Unternehmen, der IR und den besonderen Belastungen durch duale nationale Governance-Strukturen auskennen. KNDS befindet sich in zwei Ländern, zwei Eigentümerstrukturen und zwei sehr unterschiedlichen Industriekulturen. Die Finanzfunktion, die ein Unternehmen wie dieses durch einen Börsengang führt, muss ungewöhnlich stark sein.
Zweitens steht auch die Beratungsseite unter Druck. Investmentbanken, Restrukturierungsberater und M&A-Boutiquen, die in der europäischen Verteidigungsindustrie tätig sind, konkurrieren hart um erfahrene Fachleute, die Branchenkenntnisse mit Erfahrung in der Durchführung von Transaktionen verbinden. Die Pipeline von Geschäften deutet darauf hin, dass die Nachfrage noch einige Zeit hoch bleiben wird.
Wir haben dieses Muster bereits in anderen kapitalintensiven Sektoren gesehen, die plötzlich ins Rampenlicht gerückt sind. Die Talente treffen langsam ein, die Transaktionen kommen schnell, und die Unternehmen, die im Vorfeld die nötigen Einstellungen vorgenommen haben, befinden sich in einer deutlich stärkeren Position. Wir arbeiten aktiv mit Kunden sowohl auf der Unternehmens- als auch auf der Beratungsseite in diesem Bereich zusammen.
Angeregt durch einen Bericht der AK&M Information Agency.